Hintergrund
Dieses vierte Festival will Zuhörern im Bergischen Land mit gut 20 Veranstaltungen gute Geschichten gut erzählt präsentieren.
Das Festival schließt sich gerne an das Thema der Kulturregion Bergisches
Land "Eigen-Sinn - Tüftler, Querdenker, Eigenbrötler"
an und wird mit der Erzählerauswahl Querdenker präsentieren, die
Querdenker, die durch das erzählende Erweitern der Realität um
eine weitere, eine quere Dimension, Mut machen für das Verändern
der Alltagsrealität des Publikums.
Das Motto des Festivals „Frühling auf die Wiesen, Frühling
in die Köpfe“ hat viel Anklang gefunden und wird durch das Profil
der Kulturregion wirkungsvoll ergänzt.
„Querdenken“ wird der Schwerpunkt auch dieses Festival sein.
Die eingeladenen Erzählerinnen sind in der Regel professionelle, hauptberuflich
tätige Künstler. Sie erzählen frei ihre eigenen Texte oder
von ihnen selbst bearbeitete Geschichten. Dabei wird je nach Reaktionen
des Publikums auch improvisiert.
Es handelt sich nicht um Lesungen, auch nicht
in erster Linie um Märchen für Kinder.
Erzähler sind ganz nah dran am Publikum und sie sind sie selbst, sie
spielen keine Rolle. Erzählerinnen wirken durch ihre Persönlichkeit.
Eine besondere Rolle werden in diesem Festival die sehr persönlichen
Geschichten, die Erlebnisse und Erfahrungen der Erzähler spielen.
Es handelt sich um eine besondere Form der Literaturvermittlung, eben die
der oralen Literatur.
Im Rahmen von kultureller Partizipation wird Gelegenheit und Lust zum eigenen
Erzählen gefördert werden, wird Gemeinwesenarbeit unterstützt.
Ein wichtiger Schwerpunkt in der Publikumsstruktur werden Angebote für
Kinder in Schulen sein.
Dieses Festival verlässt die ausgetretenen, aber so heimeligen und
tümelnden Märchenpfade. Es experimentiert immer neu mit neuen
Formen der Erzählkunst und will zu ihrer Weiterentwicklung beitragen,
will aber andererseits nicht die Liga der Märchenfreundinnen verschrecken,
indem es besonders gute Vertreter dieser Richtung ebenfalls und exemplarisch,
aber anders präsentiert.
Das Festival verzichtet auf falsches Pathos und will eher durch authentischen
Kontakt und Qualität beeindrucken.
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Basis dieses besonderen Festivals ist die über 30-jährige Tätigkeit des Initiators Stefan Kuntz als Erzähler, auch auf Festivals in Graz, Tasmanien, Wimborne Minster, Aachen, Remscheid, Kairo, Köln, Nürnberg, Berlin, Neukirchen-Vluyn und Innsbruck und seine Erfahrungen als Festivalleiter seit 1997.
Dieses Erzählfestival ist für die Rheinisch-Bergische Region eine Gelegenheit, kulturelle Identität zu festigen, den Begriff „Heimat“ erneut mit Leben zu füllen und ihre weltoffene Gastlichkeit wieder einmal und anders zu zeigen. Dieses Erzählfestival ist in besonderem Maße geeignet, gegenüber der benachbarten Großstadt nachhaltig ein eigenes, kulturelles Profil zu entwickeln, über Kultur ein Alleinstellungsmerkmal mit aufzubauen. Erzähler machen die eigene Stadt im Bergischen lebens- und liebenswert: Wo erzählt wird, da wird ein Fest gefeiert.
Das Festival wird wieder gut zwei Wochen nach Karneval beginnen und vier
Wochen vor Ostern beendet sein – eine Zeit, die sich besonders gut
eignet: die Abende sind noch früh dunkel, das Kulturangebot ist noch
mager.
Die Verbesserung der kulturellen Teilhabe, der kulturellen Bildung von Kindern
und Jugendlichen im Bereich der oralen Literatur und ihrer Vermittlung ist
erklärtes Ziel. Die Auftritte (Vorbild-Lernen) werden deshalb
ergänzt durch einen zweijährigen Kurs zu eigenem Erzählen. Im Vordergrund stehen
dabei Erzähltechniken für das Erzählen eigener Erlebnisse,
aber auch die literarische Bearbeitung eigener Anekdoten im Sinne oraler
Literatur. Dabei sind diese partizipatorischen Angebote naturgemäß
prozessorientiert.
Es geht dabei nicht um das larmoyante Vermissen apostrophierter intakter
Kommunikationskultur, sondern um das Verbessern der Bedingungen heutiger
Kommunikation in dem Bedingungsgeflecht Zuhören und Erzählen.
Die nachhaltige Wirkung des Festivals ist bisher nur in
Ansätzen erreicht worden. Offensichtlich braucht es weitere Impulse
durch Festivalevents, um die Erzählkunst dieser Prägung in der
Region zu verankern. Dazu kommen müssen natürliche infrastrukturelle
Maßnahmen in der Kulturregion, die die Kulturvermarkter in den Stand
versetzen, den Bedarf nach Erzählkunst angemessen befriedigen zu können.
Bezeichnend ist, dass schon jeweils 4 Monate nach den ersten beiden Festivals
„Stammgäste“ nach dem nächsten Erzählabend fragten.
Bezeichnend ist aber auch, dass beispielsweise Schulen nur nach intensiver
Werbung mit „Sonderangeboten“ reagieren können.
Kontinuität von Kulturarbeit hat auch auf Grund der Förderpraxis
nachgelassen. Wir bemühen uns, dem entgegenzuwirken und den Eventcharakter
nicht noch zu verstärken – bei allem Verständnis für
die Notwendigkeit von „Leuchttürmen“.
Das Festival will beitragen zu einer Vernetzung der REGIONALE 2010-Wegmarken,
die eine nachhaltige Förderung der Erzählkunst über das Festivalevent
hinaus ermöglicht. Dies wurde auch im Rahmen der
„Regionale 2010“ möglich – durch "Bergische
Sagen und Legenden", das Erzählspektakel "Feuer,
Wasser, Bever" an der Bevertalsperre Nov. 2009 und durch die "Erzählreise
durch rheinische MÜhlen und Hämmer" im Sept./Okt. 2010.
Dieses Festival im Rheinisch Bergischen wechselt sich ab mit dem von mir
initiierten Festival „Erzähl mir was“ mit Ausgangspunkt
Akademie Remscheid, das seinen
Schwerpunkt traditionell in der Fortbildung hat.
„Zwischen-Zeiten“ findet jährlich Anfang November in Aachen
und der Euregio statt und hat einen starken Schwerpunkt mit nicht-deutschsprachigen
Erzählern mit Märchen, Mythen und Sagen.
Die „lit.cologne“ wird sich leider wieder mit unserem Festival überschneiden.
Es besteht jeweils auf inhaltlicher und terminlicher Ebene eine Vernetzung.
Eine Zusammenarbeit und Beratung mit den Kooperationspartnern und Zuwendungsgebern
hat die Konzeption sicherlich optimiert.
Veranstalter ist wieder der gemeinnützige Verein zur
Förderung des Kindertheaters.
Konzeption und Organisation liegen bei Stefan Kuntz.